Advent
Barbaratag am 4. Dezember

Barbaratag am 4. Dezember

Barbarazweige, die an Weihnachten blühen, sollen Glück bringen im neuen Jahr

Der 4. Dezember ist der Gedenktag der Heiligen Barbara. Ein schöner Brauch ist es, am Barbaratag frische Zweige zu schneiden und in eine Vase in die warmen Wohnräumen zu stellen. Wenn alles gut geht, stehen sie genau zu Weihnachten in voller Blüte und bilden eine hübsche Dekoration für das festliche Wohnzimmer.

„Barbarazweige sind eine alte, aber fast vergessene Weihnachtstradition“, erklärt Sönke Hofmann vom NABU Bremen. Öffnen sich die Kirschblüten genau am Weihnachtsmorgen, verheißen sie ihrem Besitzer Glück für das nächste Jahr. Vermutlich geht der Brauch auf das Orakel der germanischen Lebensruten zurück. (nabu.de)

Barbarazweige schneiden

Traditionell schneidet man am Barbaratag Zweige von Bäumen ab und stellt sie in eine Vase in den Wohnräumen. Mit etwas Glück blühen sie genau zum Weihnachtsfest. Und Glück soll das Aufblühen auch bringen – für das neue Jahr.

Je nach Region und Tradition nimmt man Obstzweige wie von Apfel-, Kirsch-, Kornelkirsch-, Pflaumen-, Schlehen- oder Zwetschgenbäumen. Aber auch Zweige von Birke, Flieder, Forsythie, Haselnuss, Holunder, Kastanie, Mandelbäumchen, Rotdorn, Winterjasmin, Zaubernuss und Zierkirsche eignen sich.

Bei fast allen von diesen Gewächsen kann man sich mit großer Sicherheit auf das Aufblühen innerhalb von drei Wochen freuen. Nur beim Apfelbaum und Flieder ist die Chance geringer.

TIPP: Achte auf die Form der Knospen. Rundliche Knospen sind meist Blütenknospen, schmale bringen die Blätter hervor.

Knospen an Sankt Barbara,
sind zum Christfest Blüten da.

Alte Bauernregel

Kirschblüte

Die Legende um die Heilige Barbara

Der Brauch des Barbaraschneidens geht auf eine Legende zurück, die sich um 300 nach Christus in Nikomedia, dem heutigen Izmet in der Türkei, ereignet haben soll. Sie hatte einen sehr eifersüchtigen Vater, der Kaufmann war und sie vor jeder seiner Reisen in einen Turm einsperrte. Barbara war so einsam, dass sie zu den Christen übertrat, die damals jedoch verfolgt wurden.

Der Überlieferung nach soll dies den Vater so erzürnt haben, dass er seine Tochter anzeigte und ihre Hinrichtung selbst übernahm. Auf dem Weg in das Gefängnis blieb im Gewand seiner Tochter ein Kirschzweig hängen. In der Gefängniszelle versorgte Barbara den Zweig täglich mit etwas vom Wasser, das sie bekam. Genau am Tag ihrer Hinrichtung sollen sich dann die Blüten geöffnet haben.

Orakeln mit den Barbarazweigen

Die Barbarazweige hat man auch zum Orakeln verwendet. Juge Mädchen haben den einzelnen Zweigen die Namen der Verehrer oder Angebeteten zugeordnet. Der Zweig, der als erster blüht, soll den zukünftigen Liebsten vorhersagen.

Weiterhin wurden die Barbarazweige für andere Orakel wie Ernteorakel eingesetzt. Je mehr Blüten, desto besser sollte die Ernte werden. Sogar die Lottozahlen versuchte man mit den Zweigen vorherzusagen.

Dieser Brauch hat seine Analogien in vielen Kulturen („Lebensrute“) und zählt somit zu den vielen Orakel­bräuchen. Schriftlich nachgewiesen ist der Barbarabaum seit dem 13. Jahrhundert.

(Quelle: wikipedia.org/wiki/Barbarazweig)

Barbarabaum oder Weihnachtsmaien

Eine spezielle Form des Barbarazweiges ist der Barbarabaum, in manchen Regionen auch Weihnachtsmaien genannt. Hierfür wurden größere Zweige oder Äste genommen und reich geschmückt. Anfangs mit goldenen Nüssen und Äpfeln, später auch mit Christbaumschmuck.

Ein solcher Barbarabaum konnte die gesamte Wand eines Zimmers oder einen ganzen Winkel der Stube einnehmen. Im 18. Jahrhundert ließ wegen des Überhandnehmens des Plünderns von Obstbäumen der Bayreuther Markgraf das Aufstellen von Barbarabäumen verbieten.

(Quelle: wikipedia.org/wiki/Barbarazweig)

Tipp:

Die Barbarazweige sollten nach dem Schnitt zunächst einmal über Nacht in lauwarmes Wasser gelegt werden und dann in einen Vase mit frischen Wasser kommen. Es empfiehlt sich, das Vasenwasser als drei bis vier Tage auszutauschen. Vorsicht vor allzu warmen Räumen oder unmittelbarer Heizungsnähe: Zu viel Hitze kann leicht schaden und die Zweige vertrocknen. (nabu.de)

Auch wichtig: Die Zweige sollten vor dem Schneiden schon etwas Frost abbekommen haben. Notfalls kann man sie kurz in die Gefriertruhe legen. Anschließend darauf achten, dass sie nicht austrocknen und ausreichend Luftfeuchtigkeit im Raum ist. Damit die Zweige von innen ausreichend Wasser aufnehmen können, sollte man sie schräg anschneiden und eventuell die Enden mit einem Hammer etwas weichklopfen.

Viele schöne Glücksblüten! 🙂

Alles Liebe
Karin Myria


Quellen:

  • wikipedia.org/wiki/Barbarazweig
  • br.de/radio/bayern1/inhalt/experten-tipps/pflanzen/barbarazweige-pflanzen-karin-greiner-100.html
  • nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/pflege/saisonal/winter/05927.html

Schreibe einen Kommentar