Jahreskreis
Hubertus und der weiße Hirsch

Hubertus und der weiße Hirsch

Am 3. November ist der Gedenktag des heiligen Hubertus – Schutzpatron der Jäger*innen, der Forstleute, der Hunde und gegen Tollwut. Sein charakteristisches Attribut ist ein Hirsch mit einem Kruzifix im Geweih.

Der heilige Hubertus von Lüttich (Belgien) lebte von 655 etwa bis 727. Einer Legende nach wurde Hubertus an einem Karfreitag auf der Jagd von einem weißen Hirschen mit einem Kruzifix zwischen den Geweihstangen bekehrt. Daraufhin sagte er sich ganz von der Jagd los.

Auf die Knie sinkend, entfiel ihm die tödliche Waffe, und erstmals erkannte er im Wild ein Geschöpf Gottes, und es zu hegen und zu pflegen, schien ihm plötzlich die vornehmste Pflicht. Von Stund an änderte er sein wildes Leben, wurde ein vorbildlicher Waidmann und als gottgefälliger Priester sogar ein Heiliger.

www.kirche-im-hr.de/sendungen/03-hubertus-der-heilige-im-herbstwald

Heute zählt Hubertus neben den Heiligen Antonius, Quirinus und Cornelius zu den Vier Marschällen Gottes und regional auch zu den Vierzehn Nothelfern.

Eine ähnliche Legende wie die des Hubertus gibt es auch aus Indien. Um 270 v. Chr. soll in Ceylon (Sri Lanka) dem König Devanampiya und seinen Gefolgsleuten auf einer Jagd ein leuchtender Hirsch erschienen sei. Er begegnete dann im Dickicht dem Mönch Mahinda, der ihn zum Buddhismus bekehrte.

Zum weißen Hirschen hier noch eine Geschichte aus Österreich:

Der weiße Hirsch

Drei Männer aus dem Dorfe Kalwang gingen in das Gebirge gegen den Zeiritzkampel zu auf die Pirsch. Sie vermeinten, diesmal gewiß großes Glück zu haben, denn es sei heute „der Hubertstag“, und da schießt der Jäger in der Regel immer etwas Besonderes.


Als sie auf den Neolstein gelangten, sahen sie plötzlich aus dem Dickicht des Waldes einen weißen Hirsch heraustreten; zwischen dem Geweihe glänzte ein goldenes Kreuz, und eigener Silberschein umgab die Erscheinung.


Die drei Männer blickten erstaunt auf das seltsame Tier, dann aber legten sie ihre Stutzen hinter ein dichtes Gebüsch und folgten dem weißen Hirschen, der sich langsam in des Waldes Dickicht zurückzog. Oft verschwand er vor ihren Blicken, aber immer wieder sahen sie dann hellen Glanz zwischen den dunklen Fichten durchschimmern.


Als die Männer endlich auf diese Weise den Rand des Waldes erreicht hatten, sahen sie den weißen Hirsch hoch oben auf der Spitze des Neolsteins, und weithin glänzte das goldene Kreuz. Dann verschwand die Erscheinung, vor sich aber erblickten sie den Stiftsförster und ein Halbdutzend Jägerknechte.


Der Förster gab einen Wink und die drei Männer waren umringt, man hielt sie für Wildschützen, da sie aber keine Büchsen hatten, ließ der Förster sie wieder laufen.


So war für sie die Erscheinung des weißen Hirsches wirklich ein Glück gewesen.

Aus: „Sagen aus der grünen Mark“, Hans von der Sann, Graz, 1911

Alles Liebe
Karin Myria


Quellen:

  • https://www.jagd-bayern.de/hubertustag-jagdethik-aktuell-wie-nie
  • https://www.kirche-im-hr.de/sendungen/03-hubertus-der-heilige-im-herbstwald
  • https://www.sagen.at/texte/sagen/oesterreich/steiermark/sann/derweissehirsch.html
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Devanampiya_Tissa
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Hubertus_von_Lüttich

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