Engel & Heilige
Michaeli am 29. September

Michaeli am 29. September

Gedenktag von Erzengel Michael und Fest der Engel

Der Herbst klopft an – golden, duftend, still. Die Ernte liegt hinter uns, und langsam zieht die Natur sich zurück. In dieser Zeit des Übergangs feiern wir am 29. September ein besonderes Jahreskreisfest: Michaelis. Der Michaelitag, auch bekannt als Fest des Erzengels Michael und aller Engel, hat eine lange Tradition und ist nicht nur kirchlich bedeutend, sondern auch kulturell und symbolisch reich. Es ist ein Fest des Lichts, des Mutes, der Dankbarkeit und der inneren Stärke. Während draußen die Dunkelheit wächst, dürfen wir uns daran erinnern: Das Licht ist nicht verloren – es lebt in uns weiter.

Ende September befinden wir uns an der Schwelle in die dunkle Zeit des Jahreskreises: Das Licht nimmt immer mehr ab – die Tage werden kürzer und die Nächte länger. Die Natur und viele Tiere ziehen sich zurück. Es ist der Übergang vom äußeren Tun zur inneren Einkehr. So lädt dieser Tag nicht nur zur Reflexion ein, sondern auch zur bewussten Einstimmung auf die stillere Zeit mit sich selbst. Wir können Erzengel Michael heute auch einladen, uns schützend durch die dunkle Jahreszeit und ihre Herausforderungen zu begleiten.

Doch wer ist Erzengel Michael – und warum feiern wir ihn mit einem Festtag?

Wer war und ist Erzengel Michael?

Erzengel Michael gilt in der Bibel als Anführer der himmlischen Heerscharen. Sein Name bedeutet „Wer ist wie Gott?“ – eine rhetorische Frage, die seine Rolle als Kämpfer für das Gute und Verteidiger des Glaubens betont. In der Offenbarung des Johannes (Kap. 12) ist Michael es, der gegen den Drachen – als Symbol für das Böse – kämpft und ihn aus dem Himmel vertreibt.

Michael wird als kraftvoller, lichtvoller Engel dargestellt – ein Symbol für Mut, Klarheit und Schutz. In Zeiten der Unsicherheit oder des inneren Kampfes erinnert uns Michael daran, für das Gute einzustehen und unserer inneren Wahrheit zu folgen.

Der Michaelitag in der Tradition

Der 29. September war früher der einzige Engelfeiertag im Kirchenjahr. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil gedenkt man an diesem Tag nicht nur Erzengel Michael, sondern auch den Erzengeln Gabriel (der Bote) und Raphael (der Heiler). Gemeinsam stehen sie für Schutz, Kommunikation und Heilung – drei Aspekte, die auch heute nichts an Bedeutung verloren haben.

In vielen Regionen Europas, besonders im katholisch geprägten Raum, war der Michaelitag ein wichtiger Termin im Bauernkalender. Die Ernte war meist eingebracht, das Vieh wurde von den Almen geholt, und viele Dienstverhältnisse endeten oder begannen neu – vergleichbar mit einem Jahresübergang im bäuerlichen Leben. Daher stammt auch der Begriff „Michaelis“ in alten Kalendern.

Michael in der modernen Spiritualität

Auch außerhalb der Kirche hat der Michaelitag an Bedeutung gewonnen – besonders in der Waldorfpädagogik und anderen spirituellen Bewegungen. Dort wird der Zeitraum rund um den 29. September als Michaeli-Zeit gefeiert, in der der Mensch sich mit dem „inneren Drachen“ auseinandersetzt. Es geht um Mut, Selbstüberwindung und die Frage: Wofür stehe ich ein?

In Waldorfschulen ist das Michaelifest ein fester Bestandteil des Jahreskreises. Kinder erleben diesen Tag mit Festspielen, Drachenspielen und Geschichten über Heldentaten – ein liebevoller Weg, den Mut zur Selbstverantwortung zu wecken.

Bräuche und Symbole

  • Drachen: Der besiegte Drache symbolisiert das Böse oder die inneren Ängste, die es zu überwinden gilt. Erzengel Michael unterstützt uns dabei mit seinem Lichtschwert.
  • Schwert: Erzengel Michael trägt ein Lichtschwert mit sich, mit dem er für Gerechtigkeit sorgt und uns von negativen Einflüssen befreien kann. Er kann, wenn wir ihn darum bitten, dunkle Verstrickungen durchtrennen und uns energetisch von diesen reinigen.
  • Waage: Michael wird häufig auch mit einer Waage dargestellt, die das göttliche Urteil symbolisiert. Sie ist jedoch mehr als nur ein Symbol der göttlichen Gerechtigkeit – sie steht auch für inneres Gleichgewicht und die innere Mitte.
  • Goldene Farben und Licht: In Dekorationen dominieren oft warme, leuchtende Farben, vor allem Goldtöne und Lichtimpulse – als Zeichen für das innere Licht.
  • Michaeli-Brot: Zeichen von Mut, Stärke, Gemeinschaft und Dankbarkeit (siehe unten)

Warum der Michaelitag auch heute relevant ist

In einer Zeit, in der viele Menschen nach Orientierung, Mut und Halt suchen, kann der Michaelitag ein wertvoller Impuls sein. Er erinnert uns daran, dass jeder Mensch einen inneren Michael in sich tragen kann – den Teil, der aufsteht, wenn es nötig ist. Den Teil, der sich für Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe einsetzt, selbst wenn der Weg steinig ist. Michaeli erinnert uns daran, dass das Dunkle und Schwere mit Licht und Leichtigkeit besiegt wird, wenn wir konsequent dranbleiben und uns möglichst wenig nach unten ziehen lassen.

Während draußen die Dunkelheit wächst, dürfen wir uns daran erinnern: Das Licht ist nicht verloren – es lebt in uns weiter. Wir dürfen uns auch daran erinnern, dass das göttliche Licht immer stärker ist als die Dunkelheit. Ein Lichtfunke kann einen dunklen Raum erhellen – während ein Funke Dunkelheit keinen lichtvollen Raum verdunkeln kann.

Denk daran: Und es liegt an uns, an jedem einzelnen Menschen, wie viel Licht in die Welt fließt.

Michaelsgebete

Es gibt einige Gebete an Erzengel Michael, vor allem Bitt- und Schutzgebete. Sie stammen teils aus alten christlichen Traditionen, teils aus neueren spirituellen Strömungen. Die Michaelsgebete kann man im Geist oder laut sprechen, um sich mit der Frequenz von Erzengel Michael zu verbinden.

Am bekanntesten ist lt. Wikipedia das Michaelsgebet von Papst Leo XIII., der diese Zeilen im Jahr 1880 verfasst hat:

„Heiliger Erzengel Michael,
beschirme uns im Kampfe gegen die Bosheiten und Nachstellungen des Teufels.
Sei Du unsere Schutzwehr;
Gott gebiete ihm mit Macht, wir bitten demütig darum.
Und Du, Fürst der himmlischen Heerscharen,
stürze den Satan und die anderen bösen Geister,
die zum Verderben der Seelen in der Welt umherwandern,
mit göttlicher Kraft in die Hölle hinab.
Amen.“

(Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Erzengel_Michael#Festtag)

Das Michaeli-Brot

Ein wunderbares Ritual, um dieses Bewusstsein zu nähren, ist das Backen des Michaeli-Brots – ein Brot für Herz, Mut und Stärke. Es ist ein einfaches, erdiges, kraftvolles Brot, das uns mit der Natur verbindet und an die Fülle des Sommers erinnert, die uns durch die kalte Jahreszeit trägt. Das Michaeli-Brot stärkt uns symbolisch für die dunklere Jahreshälfte. Früher hat man es vor allem mit den Kindern gebacken. Noch heute ist es ein zentraler Bestandteil vieler Michaeli-Feiern in Waldorfkindergärten und -schulen.

Die symbolische Bedeutung des Michaeli-Brots

Michaeli markiert im Jahreslauf den Moment, an dem wir loslassen und uns zugleich innerlich aufrichten dürfen. Das Michaeli-Brot wird oft gemeinsam mit Kindern gebacken – um ihren Mut zu stärken und ihnn den Wert von Gemeinschaft und Dankbarkeit zu vermitteln.

Das Michaeli-Brot steht symbolisch als Sinnbild für …

  • Ernte: das Korn und die Früchte der Erde, die uns nähren und stärken
  • Mut: Stärke des Erzengels Michael – wie Michael den bösen Drachen besiegt, dürfen auch wir unseren inneren Ängsten begegnen
  • Dankbarkeit: für das, was gewachsen ist – in der Erde und in uns
  • Verbindung: zwischen Himmel und Erde, Licht und Dunkel, Mensch und Natur
  • Wandlung: vom Korn zum Brot, von der Dunkelheit zum Licht, von der Angst zum Mut

Wenn wir das Brot kneten, spüren wir diese Kraft der Erde: in unseren Händen, im Korn, im Wasser … Wir spüren die Wärme des Ofens. Wir spüren die Kraft der Elemente, die zusammen etwas Neues entstehen lassen. Während man knetet und backt, kann man diese Gedanken mit einfließen lassen – so wird aus der Herstellung eines einfachen Laib Brots ein seelenwärmendes und -nährendes Ritual.

🍞 Rezept für traditionelles Michaeli-Brot

Dieses Rezept ist einfach gehalten und lässt sich wunderbar mit Kindern, im Freundeskreis oder in einer Gemeinschaftsfeier zubereiten.

Zutaten:
  • 500 g Dinkelmehl (Typ 630 oder Vollkorn, je nach Geschmack)
  • 1 Würfel Hefe (oder 1 Päckchen Trockenhefe)
  • 300 ml lauwarmes Wasser
  • 1 TL Honig
  • 1 TL Salz
  • 2 EL Öl (z. B. Olivenöl oder Sonnenblumenöl)
  • optional: Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne oder Nüsse
  • etwas Mehl zusätzlich zum Kneten
Zubereitung:
  1. Vorteig ansetzen:
    Löse die Hefe im lauwarmen Wasser mit Honig auf. Gib etwas Mehl dazu und lasse den Ansatz 10 bis 15 Minuten ruhen, bis sich kleine Bläschen bilden.
  2. Teig kneten:
    Nun das restliche Mehl, Salz und Öl hinzufügen. Alles gut verkneten – etwa 10 Minuten lang, bis der Teig geschmeidig ist.
    Hier kann man wunderbar gemeinsam kneten – ein schönes, meditatives Erlebnis!
  3. Ruhen lassen:
    Lasse den Teig abgedeckt an einem warmen Ort ca. 45 bis 60 Minuten gehen, bis er sich deutlich vergrößert hat.
  4. Das Brot formen:
    Knete den Teig noch einmal kurz durch und forme ihn zu einem runden oder länglichen Laib.
    Wer möchte, kann ein paar Teigstückchen aufheben und daraus zum Beispiel kleine Schwerter, Herzen oder Sonnen formen – passend zum Michaeli-Motiv. Man kann sie direkt auf das Brot setzen oder extra backen (wegen der geringeren Größe auf kürzere Backzeit achten!).
  5. Backen:
    Den Ofen auf 200 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
    Das Brot etwa 30 bis 35 Minuten backen, bis es goldbraun ist und beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt.
  6. Abkühlen lassen und genießen:
    Das Brot schmeckt pur, mit Butter und Honig, mit herzhaften Brotaufstrichen oder zu einer herbstlichen Suppe besonders gut.

Gutes Gelingen!

🌻 Tipp:

Wenn du das Michaeli-Brot gemeinsam mit Kindern backst, kannst du während des Knetens kleine Verse oder Dankesworte sprechen oder die Geschichte vom Erzengel Michael und dem Drachen erzählen. So wird das Backen zu einem kleinen Jahreszeitenritual. Erinnere die Kinder an ihren eigenen Mut und ihre Stärke.

🕊️ Ein kleiner Impuls zum Abschluss 🕊️

Beim Backen des Michaeli-Brots geht es nicht nur um das kulinarische Ergebnis, sondern auch um die innere Haltung. Das Kneten, Warten und Teilen erinnert uns daran, dass Mut und Stärke genährt werden müssen – durch Bewusstsein, Mut, Dankbarkeit und Gemeinschaft. So wie das Korn die Kraft der Sonne in sich trägt, dürfen auch wir das Licht des Sommers in uns bewahren – hinein in den Herbst und Winter.

Fazit:

Ob als religiöser Gedenktag, kulturelles Fest oder spiritueller Anker – der Michaelitag ist mehr als nur ein Kalendereintrag. Er ist eine Einladung, unsere eigene innere Stärke zu entdecken und dem Licht in uns Raum zu geben. Vielleicht ist genau jetzt die Zeit, sich zu fragen:
„Wofür kämpfe ich – und wie kann ich mutig meinen Weg gehen?“

Von Herzen
Karin Myria Pickl


(Text: Karin Myria Pickl mit Unterstützung von ChatGTP, Foto: Canva.com Pro, Stand: 19.10.2025)

Quellen:

  • br.de/br-fernsehen/sendungen/wir-in-bayern/rezepte/sepp-schwalber-unterwegs-brotbacken-122.html
  • ChatGTP
  • feinslieb.net/michaeli-bedeutung-fest-des-mutes-und-des-gleichgewicht
  • heilig-blut.com/index.php?plink=erzengel-michael-gebete
  • waldorf-salzburg.at/2020/09/29/michaeli-fest
  • wikipedia.org/wiki/Erzengel_Michael#Festtag

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